Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Die gesetzlichen wie auch die privaten Krankenkassen zahlen ausschließlich für eine Psychotherapie.

Ein Coaching und eine Paartherapie sind generell keine Kassenleistungen.

 

Gesetzliche Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die psychotherapeutischen Heilpraktikerleistung, die ich in meiner Praxis erbringe leider nicht.

Trotzdem kann die Beantragung der Kostenübernahme im Einzelfall Erfolg haben. Bitte wenden Sie sich zur Abklärung an Ihren Krankenversicherer.

 

Private Krankenkassen und Zusatzversicherungen für Heilpraktikerleistungen

Die Kosten für eine Psychotherapie, werden unter bestimmten Voraussetzungen von den privaten Krankenkassen erstattet. Ich bin als Psychotherapeutin nach dem Heilpraktikergesetz (HPG) zugelassen. Daraus ergibt sich bezüglich der Kostenübernahme Folgendes: Bei den privaten Krankenkassen und den Zusatzkrankenversicherungen für Heilpraktikerleistungen sind die Leistungen für Heilpraktiker erstattungsfähig, wenn diese Versicherungsleistung vertraglich vereinbart wurde. Je nach Vertragsgestaltung werden Leistungen in voller Höhe, anteilig oder bis zu einer bestimmten Höhe pro Jahr erstattet.

Wenn Sie eine Versicherung abgeschlossen haben, die Heilpraktikerleistungen einschließt, dann bekommen Sie von mir eine Rechnung ausgestellt über die erbrachten Leistungen nach der GebüH (Gebührenordnung für Heilpraktiker) und zahlen das Honorar an mich. Diese Rechnung reichen Sie dann an Ihre Krankenversicherung weiter.

Leider richtet sich die zu Grunde gelegte GebüH auch heute noch nach den alten Gebührensätzen aus dem Jahr 1985. Die Höhe der damals festgelegten Stundenhonorare wurde seitdem nicht angepasst. Somit liegt die Vergütung nach der GebüH zwischen 26,- und 46,- €. Es gibt einige Versicherer die sich bei der Erstattung ausschließlich nach der GebüH richten und nur die dortigen Sätze als erstattungspflichtig ansehen. Leider ist es aus wirtschaftlichen Gründen heute nicht mehr möglich zu diesen Stundensätzen zu arbeiten, so dass sich eine Differenz zwischen dem geforderten und dem erstatteten Honorar ergeben kann, für die Sie selbst aufkommen müssen.

In der Praxis zeigt sich leider, dass es Versicherer gibt, die die Erstattung mit allerlei Begründungen verweigern möchten. Deshalb ist es wichtig, Ihren Vertrag darauf zu prüfen, ob Heilpraktikerleistungen für Psychotherapie wirklich ausdrücklich ausgeschlossen werden. Ist dies nicht der Fall, dann ist die Kasse in der Verpflichtung zu zahlen. Das Forum "Therapie.de" erklärt die rechtlichen Hintergründe. Hier geht es zu den Informationen des Forums therapie.de.




Psychotherapie lieber selbst bezahlen?

Obwohl die Psychotherapie eine Kassenleistung ist und deshalb kostenfrei, entscheidet sich ein Teil der Klienten dafür die Kosten für die Therapie selbst zu tragen. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Wartezeit

Um einen Therapieplatz zu bekommen, der von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird, muss man aktuell mit einer Wartezeit von mindestens sechs Monaten rechnen.

Als SelbstzahlerIn können Sie vielfach innerhalb von Tagen oder Wochen einen Therapieplatz bekommen.

Wahl des Therapieverfahrens

Die gesetzlichen Krankenkassen erkennen ausschließlich drei Therapieverfahren als erstattungsfähig an. Dies sind die Analyse, die tiefenpsychologisch fundierte Therapie und die Verhaltenstherapie. Außer diesen drei erstattungsfähigen Verfahren, gibt es jedoch weitere Therapieverfahren, deren Wirksamkeit durch zahlreiche Studien belegt ist und die vom wissenschaftlichen Beirat der Krankenkassen seit Jahren anerkannt sind. Hierzu gehören die Gesprächspsychotherapie, die Hypnotherapie und die Systemische Therapie. Besonders die beiden letztgenannten Therapieverfahren sind erwiesenermaßen sehr effektiv, denn sie verzeichnen rasche Erfolge und weisen eine insgesamt kürzere Therapiedauer auf als die anerkannten Richtlinienverfahren. Auch andere therapeutische Verfahren sind zum Teil sehr wirksam, obwohl der Beleg durch Studien bisher nicht (hinreichend) erbracht ist.

Als SelbstzahlerIn können Sie von jedem Therapieverfahren profitieren.

Versicherungen und Verbeamtung

Sobald eine Krankenversicherung die Kosten für Ihre Psychotherapie übernimmt, werden Sie als Versicherungsnehmer als psychisch vorerkrankt aktenkundig. Dies hat Auswirkungen auf den Abschluss von Versicherungen wie Lebensversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen, private Krankenversicherungen und auch auf die Verbeamtung. Aktenkundige psychische Erkrankungen machen Versicherungen teurer oder unmöglich und gefährden die Verbeamtung.